Häufig gestellte Fragen

Alles, was Sie über Festgeld wissen müssen

Grundlagen Festgeld

Festgeld ist eine sichere Geldanlage, bei der Sie einen bestimmten Geldbetrag für eine festgelegte Laufzeit bei einer Bank anlegen. Im Gegenzug erhalten Sie einen garantierten Zinssatz, der für die gesamte Laufzeit unverändert bleibt.

Hauptmerkmale:

  • Fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit
  • Keine zwischenzeitliche Verfügbarkeit des Geldes
  • Planbare Rendite
  • Hohe Sicherheit durch Einlagensicherung

Bei Festgeld vereinbaren Sie mit einer Bank folgende Eckpunkte:

  1. Anlagebetrag: Der Betrag, den Sie anlegen möchten (meist ab 1.000 bis 10.000 Euro Mindestanlage)
  2. Laufzeit: Der Zeitraum, für den das Geld fest angelegt wird (z.B. 6, 12, 24 oder 60 Monate)
  3. Zinssatz: Der garantierte jährliche Zinssatz (p.a. = per annum)

Nach Ablauf der Laufzeit erhalten Sie Ihr eingezahltes Kapital plus die aufgelaufenen Zinsen zurück. Eine vorzeitige Kündigung ist in der Regel nicht oder nur mit Verlusten möglich.

Merkmal Festgeld Tagesgeld
Verfügbarkeit Gebunden für feste Laufzeit Täglich verfügbar
Zinssatz Fest garantiert Variable, kann sich ändern
Zinshöhe Meist höher Meist niedriger
Flexibilität Gering Hoch
Planbarkeit Sehr hoch Gering

Empfehlung: Nutzen Sie Tagesgeld für Ihre finanzielle Reserve und Festgeld für mittelfristige Anlagen, auf die Sie sicher verzichten können.

Sicherheit & Einlagensicherung

Festgeld gehört zu den sichersten Anlageformen überhaupt. Die Sicherheit wird durch mehrere Faktoren gewährleistet:

  • Gesetzliche Einlagensicherung: In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt
  • Garantierter Zinssatz: Der Zinssatz steht von Anfang an fest und kann nicht geändert werden
  • Keine Kursschwankungen: Anders als bei Aktien oder Fonds gibt es keine Wertschwankungen
  • Bankaufsicht: Alle Banken unterliegen der staatlichen Aufsicht (z.B. BaFin in Deutschland)
Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Bank der EU-Einlagensicherung unterliegt!

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Ihr Geld im Fall einer Bankeninsolvenz:

  • Pro Kunde und Bank sind 100.000 Euro gesetzlich geschützt
  • Dies gilt für die Summe aller Einlagen bei einer Bank (Festgeld, Tagesgeld, Girokonto)
  • Die Sicherung erfolgt automatisch - Sie müssen nichts beantragen
  • Gilt für alle Banken mit EU-Banklizenz
Tipp: Wenn Sie mehr als 100.000 Euro anlegen möchten, verteilen Sie den Betrag auf mehrere Banken!

Beispiel: Sie haben bei Bank A ein Festgeldkonto mit 80.000 Euro und ein Tagesgeldkonto mit 30.000 Euro. Im Insolvenzfall sind 100.000 Euro geschützt, 10.000 Euro nicht.

Ja, Banken aus anderen EU-Ländern sind grundsätzlich genauso sicher wie deutsche Banken:

  • Alle EU-Banken unterliegen der EU-Einlagensicherungsrichtlinie
  • Mindestschutz von 100.000 Euro pro Kunde und Bank gilt EU-weit
  • Die Einlagensicherung des jeweiligen Heimatlandes greift
  • EU-Banken werden von der nationalen Aufsichtsbehörde kontrolliert

Vorsicht bei: Banken aus Nicht-EU-Ländern (z.B. Schweiz, Norwegen) - hier gelten andere Regelungen!

Prüfen Sie immer die Einlagensicherung des Landes, in dem die Bank ihren Sitz hat!

Zinsen & Rendite

Die Zinsen werden nach einer einfachen Formel berechnet:

Zinsen = Anlagebetrag × Zinssatz × (Laufzeit in Tagen / 365)

Beispiel 1: 12 Monate Laufzeit

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Zinssatz: 3,5% p.a.
  • Laufzeit: 12 Monate (365 Tage)
  • Zinsen = 10.000 × 0,035 × (365/365) = 350 Euro

Beispiel 2: 6 Monate Laufzeit

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Zinssatz: 3,5% p.a.
  • Laufzeit: 6 Monate (182 Tage)
  • Zinsen = 10.000 × 0,035 × (182/365) = 174,66 Euro
Nutzen Sie unseren Festgeldrechner für eine schnelle Berechnung!

Die Auszahlung der Zinsen kann unterschiedlich erfolgen:

1. Auszahlung am Laufzeitende (häufigste Variante)
  • Zinsen werden am Ende der Laufzeit zusammen mit dem Kapital ausgezahlt
  • Keine Zinseszins-Effekte
  • Einfach und übersichtlich
2. Jährliche Zinszahlung
  • Bei längeren Laufzeiten (ab 2 Jahren) möglich
  • Zinsen werden jährlich auf ein Referenzkonto überwiesen
  • Gut für regelmäßiges Einkommen
3. Zinsansammlung (Thesaurierung)
  • Zinsen werden dem Festgeldkonto gutgeschrieben
  • Zinseszins-Effekt möglich
  • Selten bei Festgeld

Wichtig: Die genauen Konditionen finden Sie in den Vertragsunterlagen der jeweiligen Bank!

Ja, Zinserträge aus Festgeld unterliegen der Abgeltungssteuer:

Steuersätze in Deutschland:
  • 25% Abgeltungssteuer
  • 5,5% Solidaritätszuschlag (auf die Abgeltungssteuer)
  • 8-9% Kirchensteuer (falls zutreffend, auf die Abgeltungssteuer)

Gesamt: ca. 26,4% bis 28% der Zinserträge

Sparerpauschbetrag:

Sie können einen Freistellungsauftrag einreichen:

  • 1.000 Euro für Einzelpersonen (ab 2023)
  • 2.000 Euro für Ehepaare (ab 2023)

Bis zu diesem Betrag bleiben Ihre Kapitalerträge steuerfrei!

Beispiel: Bei 10.000 Euro Anlage zu 3,5% Zinsen verdienen Sie 350 Euro. Mit Freistellungsauftrag zahlen Sie keine Steuern, ohne Freistellungsauftrag ca. 92 Euro Steuern.

Wichtig: Deutsche Banken führen die Steuer automatisch ab. Bei ausländischen Banken müssen Sie die Zinsen in Ihrer Steuererklärung angeben!

Die optimale Laufzeit hängt von mehreren Faktoren ab:

Allgemeine Regel:
  • Längere Laufzeiten = höhere Zinsen (meist)
  • Aber: Nicht immer! Manchmal sind kurze Laufzeiten attraktiver
Faustregeln:
  • 6-12 Monate: Gute Balance zwischen Zinsen und Flexibilität
  • 24 Monate: Oft süßer Punkt mit attraktiven Zinsen
  • 36-60 Monate: Nur bei steigenden Zinsen oder sehr hohen Angeboten
Aktuelle Zinssituation beachten:
Zinssituation Empfohlene Laufzeit Begründung
Steigende Zinsen Kurz (6-12 Monate) Von zukünftig höheren Zinsen profitieren
Fallende Zinsen Lang (24-60 Monate) Aktuell hohe Zinsen sichern
Stabile Zinsen Mittel (12-24 Monate) Ausgewogenes Verhältnis
Tipp: Nutzen Sie die Festgeld-Leiter-Strategie! Teilen Sie Ihr Kapital auf mehrere Laufzeiten auf, um flexibel zu bleiben.

Praktische Fragen

Schritt-für-Schritt-Anleitung:
  1. Angebot auswählen

    Nutzen Sie unseren Vergleichsrechner, um das beste Angebot zu finden

  2. Antrag stellen

    Online-Antrag bei der Bank ausfüllen (dauert ca. 10-15 Minuten)

  3. Identitätsprüfung

    Per VideoIdent (sofort) oder PostIdent (einige Tage)

  4. Kontoeröffnung

    Bank eröffnet das Festgeldkonto (1-5 Werktage)

  5. Geld überweisen

    Einmalüberweisung vom Referenzkonto auf das Festgeldkonto

  6. Verzinsung beginnt

    Ab Geldeingang beginnt die Festgeldanlage

Benötigte Unterlagen:
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Aktuelle Meldeadresse
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Referenzkonto (für Ein- und Auszahlungen)
Dauer: Von der Antragstellung bis zur Geldanlage vergehen meist 3-7 Werktage.

Grundsätzlich ist Festgeld bis zum Laufzeitende gebunden. Eine vorzeitige Kündigung ist:

Bei den meisten Banken:
  • Nicht möglich - das Geld ist fest gebunden
  • Ausnahme: In Härtefällen (Tod, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit)
  • Selbst dann: meist mit Zinsverlust verbunden
Bei einigen Banken möglich mit:
  • Vorschusszinsen: Sie erhalten stark reduzierte Zinsen (z.B. 0,01%)
  • Strafgebühren: Zusätzliche Kosten für die vorzeitige Auflösung
  • Kündigungsfrist: Meist 3 Monate Vorlauf
Wichtig: Legen Sie nur Geld als Festgeld an, auf das Sie während der Laufzeit sicher verzichten können!

Alternative: Teilen Sie Ihr Kapital auf mehrere Laufzeiten auf (Festgeld-Leiter), um regelmäßig über Teile verfügen zu können.

Am Ende der Laufzeit haben Sie mehrere Optionen:

1. Automatische Verlängerung (Standard bei vielen Banken)
  • Festgeld wird automatisch zu aktuellen Konditionen verlängert
  • Oft gleiche Laufzeit, aber neuer Zinssatz
  • Sie werden vorher informiert (meist 4-6 Wochen vorher)
  • Widerspruch möglich
2. Auszahlung auf Referenzkonto
  • Kapital + Zinsen werden automatisch überwiesen
  • Meist 1-3 Tage nach Laufzeitende
  • Festgeldkonto wird geschlossen
3. Neuanlage zu neuen Konditionen
  • Sie entscheiden aktiv für neue Konditionen
  • Evtl. bei anderer Bank mit besseren Zinsen
  • Neue Laufzeit kann frei gewählt werden
Tipp: Notieren Sie sich das Laufzeitende! Prüfen Sie 4-6 Wochen vorher, ob die Verlängerungskonditionen attraktiv sind oder ob Sie wechseln sollten.

Wichtig: Widersprechen Sie rechtzeitig der automatischen Verlängerung, wenn Sie das Geld benötigen oder bessere Konditionen gefunden haben!

Mindestanlagebeträge:

Die meisten Banken verlangen einen Mindestbetrag:

  • 1.000 Euro: Häufigster Mindestbetrag
  • 2.500 - 5.000 Euro: Bei Premium-Angeboten
  • 10.000 Euro: Bei Schweizer Banken oder Spezialangeboten
Höchstanlagebeträge:

Meist gibt es keine echte Obergrenze, aber:

  • 100.000 Euro: Bis zu diesem Betrag greift die Einlagensicherung
  • 500.000 - 1.000.000 Euro: Technische Limits bei manchen Banken
  • Höhere Beträge: Oft nur nach Rücksprache möglich
Sicherheits-Tipp: Verteilen Sie Beträge über 100.000 Euro auf mehrere Banken, um den vollen Einlagenschutz zu erhalten!
Typische Staffelungen:
  • 1.000 - 10.000 Euro: Standard-Zinssatz
  • 10.000 - 50.000 Euro: Oft gleicher Zinssatz
  • 50.000 - 100.000 Euro: Teilweise bessere Konditionen
  • Über 100.000 Euro: Individuelle Verhandlung möglich

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